13.10.2015

Präventionsgesetz und Gruppenprophylaxe - Angebotskonkurrenz vermeiden, Synergien nutzen!

"Der Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege DAJ e.V. weist darauf hin, dass der Ausbau und die Implementation von Präventionsangeboten nach PrävG § 20a SGB V unter Berücksichtigung der etablierten und flächendeckenden Angebote  der Gruppenprophylaxe nach § 21 SGB V in den Settings Kita und Schule erfolgen müssen.  

Inhaltliche Synergien der beiden Regelungskreise, die sich insbesondere aus dem gemeinsamen Handlungsfeld „Ernährungsberatung“ ergeben, sind zu nutzen. Aktivitäten beider Regelungsbereiche sollten unter Nutzung der Erfahrung und Kompetenz der Akteure / der Arbeitsgemeinschaften der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe auf kommunaler Ebene abgestimmt werden.

Bundesrahmenempfehlungen, Landesrahmenvereinbarungen sowie Qualitätsrichtlinien, die derzeit gemäß den Vorgaben des Präventionsgesetzes auf unterschiedlichen Ebenen erarbeitet werden, sollten diese Grundsätze berücksichtigen und verankern."

Mit diesem Beschluss vom 6. Oktober 2015 sollen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, vernetztes Handeln aller Präventionsakteure auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene in den Settings zu fördern. Die Vorstandsmitglieder selbst haben sich mit dem Beschluss dazu bekannt, in ihren eigenen Organisationen und entsprechend ihren politischen Einflussmöglichkeiten für bestmögliche Zusammenarbeit zu sorgen, um nicht eine Konkurrenz der Präventionsthemen und -anbieter in Kita und Schule zu tragen.

Auf Basis des im Juni 2015 verabschiedeten Präventionsgesetzes bauen derzeit viele Akteure  ihre Präventionsangebote nach PrävG § 20a SGB V  in den Lebenswelten Kita und Schule aus. Für Präventionsangebote nach § 20a Abs. 1 Satz 4 SGB V gilt: „Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben nach Satz 2 sollen die Krankenkassen zusammenarbeiten und kassenübergreifende Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten erbringen.“

Die Settings Kita und Schule sind nur in begrenztem Umfang zu einer Zusammenarbeit mit externen Anbietern bereit und in der Lage, daher kommt dem vernetztem Handeln im Setting hohe Bedeutung zu.  

Die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe nach § 21 SGB V ist seit 1989 bundesweit in Kitas und Schulen fest etabliert und erreicht dort jedes Jahr rund 80 % der Kinder mindestens einmal. Die Akteure der Gruppenprophylaxe erbringen ihre Angebote in enger Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften in den Einrichtungen. Sie unterstützen die Bildungseinrichtungen dabei, deren pädagogischen Auftrag im Hinblick auf die Gesundheitsförderung umzusetzen: Der Auftrag zur Stärkung gesundheitlicher Potentiale, Kompetenzen und Orientierungen von klein auf ist sowohl Bestandteil der Kita-Gesetze aller Bundesländer als auch Bestandteil der Empfehlung der Kultusministerkonferenz zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule. Hier setzt die Gruppenprophylaxe mit ihren Konzepten an, die die Kinder von klein auf in ihren Lebenskompetenzen und gesundheitsförderlicher Lebensführung stärken.