Studien

Epidemiologische Begleituntersuchungen

Die Aufforderung zu nicht Versicherten-bezogener (Qualitäts-)Kontrolle der Gruppenprophylaxe ist in § 21 Absatz 2 des Fünften Sozialgesetzbuchs festgehalten. Die DAJ gibt zu diesem Zweck in Abständen von einigen Jahren Epidemiologische Begleituntersuchungen in Auftrag, mit denen der Zahnstatus der Kinder und Jugendlichen in Deutschland erhoben wird. Die Untersuchungen finden bundesweit stichprobenartig in bestimmten Jahrgängen nach festgelegten Kriterien statt. Sie ermöglichen es, Veränderungen im Zeitverlauf in den einzelnen Bundesländern und bundesweit darzustellen. Die DAJ hat bisher die Ergebnisse der Epidemiologischen Begleituntersuchungen der Jahre 1994, 1995, 1997, 2000, 2004 und 2009 veröffentlicht. 

    Epidemiologische Begleituntersuchungen 2009: Die wichtigsten Ergebnisse

    Mehr als die Hälfte der deutschen Schulanfänger haben kariesfreie Milchzähne, rund zwei Drittel der 12-jährigen Kinder in Deutschland weisen ein naturgesundes bleibendes Gebiss auf. Die Mundgesundheit der Schülerinnen und Schüler hat sich zwischen 2004 und 2009 deutlich verbessert. Dies zeigen die epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe, die im Jahr 2009 an rund 87.000 Schülerinnen und Schülern aller Bundesländer durchgeführt wurden.

    Im Rahmen der repräsentativen Studie, die der Leiter der Abteilung Kinderzahnheilkunde der Universität Marburg, Prof. Dr. Klaus Pieper, im Auftrag der DAJ bereits zum fünften Mal seit 1994/1995 durchgeführt hat, wurde der Zahnstatus der 6-/7-Jährigen, der 12-Jährigen und der 15-Jährigen in allen Bundesländern erhoben. Als Maßeinheit zur Beurteilung der Zahngesundheit wurde der DMF-T-Index  herangezogen, der die Anzahl der kariösen, fehlenden oder gefüllten Zähne abbildet. In allen drei Altersklassen ist dieser Index gegenüber der letztmals im Jahr 2004 durchgeführten Studie deutlich gesunken. Am erfreulichsten ist dabei die Entwicklung bei den 12-Jährigen zu beurteilen. In dieser Alterklasse sank der DMF-T Index noch einmal um 0,26 Einheiten auf einen Wert von 0,72. Damit nimmt Deutschland, was die Zahngesundheit der 12-Jährigen betrifft, international einen der Spitzenplätze ein.

    Doch auch in den anderen Altersklassen ist der Index gegenüber 2004 gesunken. Bei den 6-7-Jährigen liegt er jetzt bei 1,87 gegenüber 2,16 in 2004, bei den 15-Jährigen  beträgt er 1,41 gegenüber 2,05 im Jahr 2004.

    Dieser positive Trend ist über alle Bundesländer hinweg zu beobachten, auch wenn die Entwicklung von Bundesland zuBundesland in geringem Maße unterschiedlich verläuft, was insbesondere auf die unterschiedlichen sozio-demographischen Voraussetzungen in den einzelnen Bundesländern zurückzuführen ist.

    Allerdings ist der Anteil der Milchzahnkaries immer noch zu hoch: 46,1 Prozent der deutschen Schulanfänger haben Karieserfahrung. Dabei ist zu beobachten, dass  3-Jährige Kinder häufig bereits mit Karies in die Kita eintreten.

    Außerdem ist zu konstatieren, dass fast die Hälfte der kariösen Milchzähne nach wie vor unbehandelt bleibt.

    Insgesamt zeigt die aktuelle Studie, dass die zahnmedizinische Prophylaxe mit allen Facetten in Deutschland nachhaltig wirkt. Als Ursachen des weiteren deutlichen Kariesrückgangs werden die weite Verbreitung von Fluoriden insbesondere in Zahnpasten und Speisesalz, die Wirksamkeit der Gruppenprophylaxe in den Schulen und Kindereinrichtungen und die Effektivität der Individualprophylaxe, insbesondere der Fissurenversiegelung, in den zahnärztlichen Praxen benannt.


    Gutachten zum Herunterladen

    Epidemiologische Begleituntersuchungen 2009

    Epidemiologische Begleituntersuchungen 2004

     

    Auch über die Epidemiologischen Begleituntersuchungen hinaus ist die DAJ bestrebt, ihre Aktivitäten zu evaluieren: Eine Akzeptanzuntersuchung zur Kommunikationskampagne "be küssed" aus Sicht der Durchführenden finden Sie hier:

    Evaluation be küssed


    Addendum zur Printversion des Gutachtens 2009

    Das Gutachten "Epidemiologische Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe 2009" enthält in der Printversion auf Seite 51 eine fehlerhafte Tabelle: In der Tabelle 6.2 sind der D-T-, F-T- und M-T- Wert für die bleibenden Zähne nicht korrekt. Zur Aktualisierung Ihres Print-Gutachtens bieten wir daher hier eine korrigierte Seite 51 zum Download an: 

    Seite 51

    (Die pdf- Version des Gutachtens, die auf dieser Webseite weiter oben zum Herunterladen angeboten wird, ist bereits korrigiert.)